Mahnwache für Raif Badawi
Unterstützt unsere Protest-Aktion vor dem saudi-arabischen Konsulat in Frankfurt!


Termin: meistens am Donnerstag um 12:00 Uhr (Dauer ca eine Stunde); nächster Termin: 12. Oktober 2017 (am 17. Juni vor fünf Jahren wurde Raif Badawi inhaftiert).
Ort: vor dem saudi-arabischen Konsulat in Frankfurt (am Messeturm); Friedrich-Ebert-Anlage 49 (U4 Haltestelle Messe, Strassenbahn 16/17)


Bericht über die Mahnwachen bisher:
Im vergangenen Jahr bat uns die Miltenberger Amnesty-Gruppe, während der Frankfurter Buchmesse eine Mahnwache zu einem Blogger aus Saudi Arabien abzuhalten, da er (eben Raif Badawi) in Gefahr stand, ausgepeitscht zu werden. Unsere simulierte Bestrafung erzielte große Aufmerksamkeit bei den Besuchern der Buchmesse, doch nie hätte ich gedacht, dass der Platz vor dem Messeturm in Frankfurt, in dem im 20. Stock das Generalkonsulat von Saudi-Arabien untergebracht ist, der Ort sein wird, an dem ich mich seit Januar 2015 am regelmäßigsten aufhalten würde. Raif Badawis bislang einzige Bestrafung erfolgte am 16. Januar 2015. Seit dem 29. Januar 2015 organisiert der Frankfurter Bezirk jeden Donnerstag von 11.30 bis 13 Uhr eine Mahnwache, um auf das Schicksal von Raif Badawi und seinem Rechtsanwalt hinzuweisen.
Wir sind nun gut 20 Mal vor dem Generalkonsulat gewesen und inzwischen hat sich schon fast ein Gewohnheitsrecht entwickelt. Am Anfang kam noch die Polizei, um für eine ordnungsgemäße Durchführung zu garantieren, aber inzwischen rufe ich im zuständigen Revier nur noch an, um zu sagen, dass wir fertig sind. Der Beamte erkundigt sich regelmäßig,ob es irgendwelche Fortschritte gibt und freut sich schon auf die nächste Woche. Auch die Hochhausbewohner kennen uns inzwischen. Manche kommen immer wieder und erkundigen sich, nicken uns aufmunternd zu oder schütteln den Kopf irritiert darüber, dass wir wirklich schon wieder da sind und unsere Forderungen gebetsmühlenartig wieder und wieder per Megafon vortragen. Der Sicherheitsdienst des saudischen Konsulats beschnuppert uns immer noch neugierig, aber nun deutlich entspannter. Was uns aber über die lange Zeit viel Rückenwind gibt, ist, dass Messebesucher,zufällige Passanten, Taxifahrer des dortigen Standplatzes und Hochhausmitarbeiter, also Menschen, die sich normalerweise nicht viel mit dem Thema Meinungsfreiheit beschäftigen,unsere Arbeit plötzlich wahrnehmen und anfangen, diese zu bewundern.
Das schönste Erlebnis war ein Gespräch mit einer Familie aus Saudi-Arabien. Der Familienvorstand, vornehm im dunkelblauen Anzug gekleidet, steuerte auf mich zu und ich wähnte, dass es jetzt Ärger geben würde. Es passierte das genaue Gegenteil. Er ermunterte uns mit „keep going“, denn auch seine Familie unterstütze die Forderungen des Bloggers und wünsche seine Freilassung!
Und wir werden weitermachen,gerade weil wir uns jetzt dort schon fast wie „Zuhause“ fühlen.
Klar, dass jeder herzlich willkommen ist, mitzumachen.